DI 12.05.2026 | 19:00 UHR
Saisonstart: „Identität der Stadt – Denkmalpflege und Baukultur als Mehrwert“
Core, Heiligengeiststraße
Begrüßung zur bau_werk-Saison 2026, Dr. Frank Pantel, Einführung in die Ausstellung „Denkmalpflege. MehrWert als du denkst“ Dr. Christina Krafczyk (Präsidentin NLD), Grußwort Holger Denckmann (Kulturdezernent Oldenburg.), anschl. Podiumsdiskussion mit M.A. Mathilda Kochan (Kulturetage Oldenburg), Gregor Angelis und Alexis Angelis (Architekten Oldenburg)
Moderation Horst Gumprecht mit Frank Pantel
Ausstellungszeit 12.5. bis 3.6.
Dr.-Ing. Christina Krafczyk
M.A. Mathilda Kochan
Holger Denckmann
Gregor Angelis
Alexis Angelis
20 Jahre bau_werk, 20 Jahre interessante Blicke und Einblicke in und auf Oldenburg und seine Baukultur, 20 Jahre unterschiedliche Blicke über den Tellerrand, 20 Jahre Kontinuität im Aufspüren von Lücken, Problemen und Lösungen in und für Stadtentwicklung – dafür steht der bau_werk-Verein Oldenburg und so soll es auch in unserer Eröffnungsveranstaltung weitergehen.
Die Eröffnungsveranstaltung am 12.05.2026 im CORE erfolgt in Kooperation mit dem Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege (NLD) und im Zusammenhang mit der Ausstellungseröffnung „Denkmalpflege. MehrWert als du denkst“, die vom 12. Mai bis zum 3. Juni 2026 von Montag bis Samstag von 8 bis 21 Uhr im CORE besucht werden kann.
Städte sind mehr als nur Ballungsräume und Funktionsträgerinnen für Wohnen, Bildung, Handel, Verwaltung und Verkehr. Die Stadtzusammenhänge auszeichnende hohe Bevölkerungsdichte, sagt nichts darüber aus, ob eine Stadt lebenswert ist oder nicht. Städte, wie wir sie in Europa kennen, dienen nicht nur Funktionen, sie sind historisch gewachsene Lebensräume, die sich neben den konkreten und individuellen Geschichten der in ihren lebenden Menschen, durch die Geschichte der Baukultur auszeichnen und damit eine ganz spezifische auch baulich und bauhistorisch intendierte Identität ausbilden. Hierbei überlagern und verschränken sich verschiedene historische Epochen, Baustile und bauliche und verkehrliche Entwicklungen mit der konkreten Geschichte der historischen und gegenwärtigen Gesellschaften und den sie bildenden Individuen. Von Individuen, die in der Stadt geboren sind und dort zeitlebens leben oder wieder zurückkehren, von weit oder nah Zugezogenen, von Menschen anderer Kulturen- Städte sind menschlich bunt und nicht monochrom, sie sind offen und nicht verschlossen.
Alles das und viel mehr sedimentiert sich auch baulich und schafft Stadt in seiner ganzen Heterogenität, seiner Ambivalenz und in seinen Paradoxien und Konflikten. Stadtentwicklung und Stadtgeschichte sind geschichtlich offen und niemals am Ende der Entwicklung angekommen. Städte sind darüber hinaus Zentren der Kultur und des Kulturaustausches und im Idealfall entwickelt sich das bauliche Stadtgefüge konstruktiv mit den sozialen, kulturellen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Erfordernissen weiter und schafft kollektive und individuelle Identitäten. Das heißt auch, dass die Stadt größer ist als jede Einzeldisziplin, jede Fachrichtung, jede einzelne Institution, jeder einzelne Mensch.
Die heutigen Herausforderungen an Stadtentwicklung und Stadtplanung können ohne den auch übergeordneten historischen Blick zurück nur scheitern und dazu führen, dass vorhandene Qualitäten ungenutzt bleiben und im schlimmsten Fall der Vergessenheit anheimfallen und zerstört werden. Nur zurückzublicken, verstellt andererseits den Blick nach vorne und dem Erkennen des Erforderlichen, welches von der Gesellschaft zu formulieren ist. Der Erhalt der historischen Stadt ist genauso wichtig, wie ihre Anschlussfähigkeit an die Zukunft. Nur im Ausgleich zwischen Erhalt und Transformation entsteht das, was eine Stadt lebenswert und zukunftsfähig und damit anschlussfähig an das Leben der heutigen und zukünftigen Menschen macht.
Das Bestehende aus dem gewohnten Anblick herauszulösen und der unabdingbar erhaltenden Würdigung zuzuführen ist die Aufgabe der Denkmalpflege. Der Geist der Denkmalpflege ist nicht die Konservierung von baulichen Hinterlassenschaften, sondern der Erhalt und die Pflege städtischer und baulicher Identität vor dem Hintergrund permanenter Veränderung. Erhalt meint immer auch das Erfordernis zu Fortentwicklung, von Anpassung und Veränderung. Baudenkmäler sind primär historische Quellen und spiegeln handwerkliche und industrielle Techniken und ihre Veränderung und gleichermaßen gesellschaftliche Entwicklungen wider. Das Anliegen der ganzheitlichen Bewahrung des kulturellen Erbes ist eine gesellschaftliche Aufgabe und muss anschlussfähig an sich verändernde Lebensentwicklungen sein. Diese Aufgabe aller Stadtbewohner und insb. der in den Städten und baulichen Zusammenhängen wirkenden Stadtplaner, Stadtplanerinnen, den Architektinnen und Architekten, aber auch der künstlerisch, sozial und ökonomisch Tätigen sollen in der Podiumsdiskussion am 12.05. zum Ausdruck gebracht und diskutiert werden. Kulturelle Vielfalt und die Schaffung vieler diverser Möglichkeiten zur Identifikation mit der Stadt sind gesellschaftliche Aufgaben. Aufgaben, die nur bewältigt werden können, wenn weitestgehend angstfrei, offen, transparent und solidarisch über das, was Stadt für die in ihr lebenden Menschen ist und sein soll, diskutiert werden kann. Notwendig ist das Diskutieren über das, was ist, darüber, warum es ist und auch darüber, wie es vielleicht sein könnte oder sein sollte. Das alles findet statt vor dem Hintergrund, dass Veränderung das einzig konstante und unveränderliche Merkmal menschlichen und nicht menschlichen Lebens ist.
Diese Diskussionen müssen vor dem Hintergrund vielgestaltiger und tlw. gravierender Veränderungen geführt werden. Sie muss geführt werden, ohne dass jederzeit schon im Voraus gewusst wird, was die direkten Folgen sind oder sein werden. Diese Diskussion braucht den Mut, auf der Basis des aus der Vergangenheit und der Gegenwart Bekannten, über die Fortentwicklung zu entscheiden und das auf allen gesellschaftlichen Feldern und Gebieten. Die Diskussion muss geführt werden in einer immer komplexer werdenden Gesellschaft und übergeordneten, von uns vielfach nicht durchschaubaren Bedingungen. Wenn dabei nur und ausschließlich darauf beharrt wird, dass der je eigene Standpunkt, die je eigene Sicht die richtige ist, dann wird Gesellschaft bewegungs- und handlungsunfähig… es muss also umfassend und umsichtig diskutiert werden.
Diese Fragen und Komplexe will das bau_werk am 12.05.2026 mit ganz verschiedenen Menschen aus verschiedenen Bereichen diskutieren. Auf dem Podium diskutieren mit den Moderatoren vom bau_werk Horst Gumprecht und Dr. Frank Pantel folgende Gäste:
- Dr. Ing. Christina Krafczyk, Präsidentin des Nds. Landesamtes für Denkmalpflege
- Gregor Angelis, langjähriger Architekt in Oldenburg, Mitglied im BDA und in jungen Jahren von weit zugezogen
- M.A. Mathilda Kochan, Leiterin im Theater k in Oldenburg und ebenfalls von weit zugezogen
- Alexis Angelis, auch schon lange Jahre als Architekt tätig, ebenfalls Mitglied im BDA und bekannt durch sein initiatives Engagement z.B. im Core, in dem wir heute sein dürfen.
Über Dr.-Ing. Christina Krafczyk
Über Gregor Angelis
Über Alexis Angelis
Veranstaltungsort
CORE Oldenburg
Heiligengeiststraße 6–8
26121 Oldenburg